Die meisten WGs scheitern nicht am Putzplan, sondern an der Frage, wer diesen Monat eigentlich wie viel bezahlt hat. Dieser Leitfaden zeigt drei bewährte Modelle und wie ihr am Monatsende auf einen sauberen Ausgleich kommt.
| Modell | Wie es funktioniert | Passt, wenn … |
|---|---|---|
| Gemeinsame Kasse | Alle zahlen monatlich einen festen Betrag in einen Topf, daraus wird alles Gemeinsame bezahlt. | … ihr eine stabile WG seid und ähnlich viel verbraucht. |
| Einzelabrechnung | Jeder kauft, wenn er dran denkt, und alles wird am Monatsende verrechnet. | … ihr unterschiedlich viel konsumiert oder oft unterwegs seid. |
| Mischform | Fixkosten laufen über einen Dauerauftrag, Alltagskram wird einzeln erfasst. | … ihr Miete und Strom trennen wollt vom Rest. Für die meisten WGs die beste Wahl. |
Die Faustregel: alles, was im Regal steht und jeder benutzt. In der Praxis führt genau hier der meiste Streit, weil die Grenze nie explizit gezogen wurde. Klärt zu Beginn, was gemeinsam läuft:
Schreibt die Liste einmal auf. Eine Regel, die alle kennen, ist mehr wert als eine gerechte Regel, die niemand erinnert.
Bei Strom, Internet und Rundfunkbeitrag teilt ihr in der Regel durch die Anzahl der Personen. Zwei Fälle brauchen eine Extraregel:
Wenn die Zimmer stark unterschiedlich groß sind, wird oft die Miete nach Quadratmetern geteilt, die Nebenkosten aber nach Köpfen. Das ist die übliche Lösung: Heizkosten hängen an der Fläche, Wasser und Strom am Verbrauch pro Person.
Pauschale Kürzungen führen zu endlosen Diskussionen. Praktikabler ist, Fixkosten voll zu teilen und nur beim Einkauf zu unterscheiden – wer nicht da war, wird bei den Lebensmitteln dieses Monats einfach nicht als Teilnehmer eingetragen.
Jemand zieht am 20. ein. Rechnet ihr den ganzen Monat durch alle, zahlt die neue Person für Einkäufe mit, die längst aufgegessen waren. Das ist der häufigste Grund, warum die erste Abrechnung nach einem Wechsel schiefgeht.
Sauber ist: Jede Ausgabe wird nur auf die Personen verteilt, die zum Zeitpunkt der Ausgabe schon in der WG waren. Von Hand ist das mühsam – FinSplit macht es automatisch, weil zu jedem Mitglied das Beitrittsdatum gespeichert ist und ältere Ausgaben gar nicht erst auf neue Mitglieder verteilt werden.
Der wichtigste Trick zum Schluss: Überweist nicht jede einzelne Schuld. In einer Vierer-WG entstehen sonst schnell zehn Überweisungen, von denen die Hälfte sich gegenseitig aufhebt.
Rechnet stattdessen für jede Person einen Saldo aus – gezahlt minus verbraucht – und gleicht nur die Differenz aus. Aus zehn Überweisungen werden so meist zwei oder drei. Ein guter Ausgleich beantwortet genau eine Frage pro Person: Wie viel überweise ich an wen?
Ausgaben eintragen, wer will auch per Beleg-Scan. Fixkosten wie Miete und Strom laufen automatisch jeden Monat mit. Am Monatsende zeigt die App die minimale Anzahl an Überweisungen. Kostenlos, ohne Registrierungszwang, im Browser oder als Android-App.
Als Startwert funktionieren 20 bis 30 Euro pro Person und Monat für Verbrauchsmaterial in einer durchschnittlichen WG. Passt den Betrag nach zwei Monaten an das an, was tatsächlich zusammenkommt, statt lange zu schätzen.
Meist ist es Vergesslichkeit, nicht Absicht. Eine sichtbare, für alle einsehbare Abrechnung löst das Problem in den allermeisten Fällen von selbst, weil der offene Betrag nicht mehr Verhandlungssache ist.
Nein, und für die meisten WGs lohnt es sich nicht. Der Verwaltungsaufwand bei Ein- und Auszug ist höher als der Nutzen. Einzelabrechnung mit monatlichem Ausgleich reicht.
FinSplit läuft im Browser und lässt sich auf iOS und Android auf den Startbildschirm legen. Für Android gibt es zusätzlich eine Version im Play Store.